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Man in yellow shirt loading groceries into a vehicle, outdoors.

Photo by Kampus Production on Pexels

Drei Supermärkte lohnen sich nur, wenn der Preisvorteil des gesamten Warenkorbs größer ist als zusätzliche Fahrtkosten und Zeitaufwand. Stehen auf den Kassenbons 20 Euro Ersparnis, während die Extrarunde 18 Euro Kraftstoff kostet, bleiben davon nur 2 Euro übrig.

Samstag, 12:08 Uhr, auf einem Parkplatz am Rand von Köln: Nina hält drei Einkaufszettel in der einen Hand und den Autoschlüssel in der anderen. Die 38-jährige Pflegekraft hat nach einer anstrengenden Woche Angebote aus mehreren Prospekten markiert. Um 14 Uhr will sie ihre Tochter abholen. Im Kofferraum liegen bereits Milch, Nudeln und Waschmittel aus dem ersten Laden.

Vor ihr liegen noch zwei Stopps. Im zweiten Geschäft soll Fleisch günstiger sein, im dritten Kaffee, Butter und Getränke. Wenn die Schlangen lang sind oder ein Angebot ausverkauft ist, muss Nina die Runde abbrechen. Dann fehlen Zutaten fürs Abendessen, und die vermeintliche Sparfahrt endet mit einem zusätzlichen Einkauf am Montag.

Diese Szene ist ein erfundenes Rechenbeispiel. Die Preise und Wege stehen für eine typische Entscheidung, die sich vor dem Einkauf prüfen lässt.

Auf dem Papier spart jeder Stopp Geld

Ninas Rechnung sieht zunächst überzeugend aus. Gegenüber dem Einkauf des gesamten Warenkorbs im ersten Geschäft spart sie im zweiten Laden 9 Euro. Der dritte Stopp senkt die Summe um weitere 11 Euro. Insgesamt stehen 20 Euro Preisvorteil auf ihrer Liste.

Diese Zahl beantwortet allerdings nur eine Frage: Wie viel kosten die ausgewählten Produkte in den drei Geschäften?

Für die tatsächliche Entscheidung fehlen die Wege. Nina fährt vom ersten zum zweiten Laden, anschließend quer durch die Stadt zum dritten und danach zur Abholung. Die zusätzlichen Strecken verbrauchen Kraftstoff im Wert von 18 Euro. Aus 20 Euro werden 2 Euro.

Dabei sind weder Fahrzeugverschleiß noch die zusätzliche Zeit eingerechnet. Schon eine kleine Abweichung, etwa ein nicht verfügbares Angebot oder ein teurer Ersatzartikel, kann den verbleibenden Vorteil aufzehren.

Um 12:41 Uhr steht Nina im zweiten Geschäft an der Kühltheke. Das beworbene Produkt ist nicht mehr da. Die Alternative kostet mehr. Jetzt ist selbst der geringe Restvorteil gefährdet, und der dritte Laden liegt weiterhin vor ihr.

Warum Einzelpreise die falsche Entscheidung fördern

Ein auffällig günstiger Kaffee kann einen Umweg vernünftig erscheinen lassen. Für den Wocheneinkauf zählt jedoch der Gesamtpreis aller Produkte, die du dort tatsächlich kaufst.

Ein Laden mit dem billigsten Kaffee kann bei Butter, Getränken und Gemüse teurer sein. Umgekehrt kann ein Geschäft ohne spektakuläres Einzelangebot den günstigeren gesamten Warenkorb liefern. Genau deshalb führt der Vergleich einzelner Prospektpreise leicht zu einer Route, die beschäftigt wirkt, aber kaum Geld spart.

Der sinnvollere Vergleich stellt vollständige Möglichkeiten nebeneinander:

Ein Geschäft kostet 84 Euro und erfordert keinen zusätzlichen Umweg. Zwei Geschäfte kosten zusammen 76 Euro, bei überschaubarer Mehrstrecke. Drei Geschäfte drücken den Warenkorb auf 64 Euro, verursachen aber 18 Euro zusätzliche Kraftstoffkosten.

In diesem Beispiel kostet die Drei-Laden-Route nach Kraftstoff rechnerisch 82 Euro. Der Einkauf in einem einzigen Geschäft liegt bei 84 Euro. Für 2 Euro Unterschied übernimmt Nina zwei zusätzliche Parkplatzsuchen, eine weitere Warteschlange und das Risiko, dass ein Angebot fehlt.

Wie stark ein zweiter Stopp das Ergebnis verändern kann, zeigt auch Lohnt sich ein zweiter Stopp für den günstigeren gesamten Warenkorb?. Der entscheidende Punkt bleibt derselbe: Der nächste Laden muss den gesamten Plan verbessern, nicht bloß einen Preis.

Die Grenze zwischen Sparen und Herumfahren

Eine feste Regel wie „höchstens zwei Geschäfte“ greift zu kurz. Manchmal liegt der zweite Laden direkt auf dem Heimweg. Manchmal spart ein großer Warenkorb dort genug, um den Stopp klar zu rechtfertigen. Bei kleinen Preisunterschieden kann schon eine kurze Extrarunde zu teuer sein.

Prüfe deshalb vor der Abfahrt drei Werte:

  1. den Gesamtpreis des Warenkorbs je Route,
  2. die zusätzliche Strecke gegenüber der bequemsten Möglichkeit,
  3. den Betrag, der nach den Fahrtkosten übrig bleibt.

Du kannst außerdem festlegen, wie viel dir eine weitere halbe Stunde am Samstag wert ist. Diese Zahl muss niemand für dich bestimmen. Sie gehört trotzdem in die Entscheidung, denn Zeit verschwindet nicht aus der Rechnung, nur weil sie auf keinem Kassenbon steht.

Best Price Alert stellt Ein-Laden- und Mehr-Laden-Pläne anhand aktueller Angebote und Preise in deiner Nähe gegenüber. Du steuerst selbst, wie stark Bequemlichkeit oder ein niedrigerer Warenkorbpreis gewichtet werden. Die Karte zeigt die beteiligten Geschäfte, damit ein günstiger Preis nicht von einer unpraktischen Strecke getrennt betrachtet wird.

Was Nina am nächsten Samstag anders macht

Um 13:26 Uhr verlässt Nina den dritten Laden. Der Kaffee war verfügbar, die Butter nicht. Sie schafft die Abholung rechtzeitig, doch ihre drei Bons ergeben zusammen mit dem Kraftstoff kaum einen Vorteil gegenüber dem Einkauf an einem Ort.

Eine Woche später beginnt sie nicht mit den größten roten Angebotszahlen. Sie vergleicht zuerst den ganzen Einkaufszettel und begrenzt die Route auf die Geschäfte, die nach Strecke noch einen echten Unterschied machen. Der dritte Stopp fällt weg.

Nina steht früher an der Abholung. Im Kofferraum fehlt nichts, und die Ersparnis steckt im Warenkorb statt im Tank.

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