Wer bei Drogerie-Angeboten sparen will, sollte den Gesamtpreis der Einkaufsliste vergleichen, nicht den größten Rabatt auf ein einzelnes Produkt. Entscheidend sind identische Packungsgrößen, aktuelle Filialpreise und die Frage, ob sich ein zweiter Laden nach Fahrtaufwand überhaupt lohnt.
Zuerst die vollständige Drogerieliste aufschreiben
Beginnen Sie nicht mit dem Prospekt, sondern mit Ihrem tatsächlichen Bedarf. Schreiben Sie alles auf, was beim nächsten Einkauf fehlt, zum Beispiel:
- Waschmittel Color, mindestens 20 Waschladungen
- Zahnpasta für empfindliche Zähne
- Rasierschaum für empfindliche Haut
- Shampoo, etwa 250 ml
- Toilettenpapier, vierlagig
- Spülmaschinentabs, mindestens 30 Stück
Diese Angaben verhindern, dass ein auffälliges Angebot Ihren Einkauf bestimmt. Ein günstiges Shampoo hilft wenig, wenn Waschmittel, Zahnpasta und Haushaltsartikel im selben Laden deutlich mehr kosten.
Markieren Sie außerdem, welche Produkte austauschbar sind. Bei Wattepads genügt vielleicht die günstigste passende Packung. Bei Hautpflege oder Rasierschaum möchten Sie womöglich bei einer bewährten Sorte bleiben.
Nur wirklich vergleichbare Produkte gegenüberstellen
Ein rotes Preisschild macht zwei Artikel noch lange nicht vergleichbar. Prüfen Sie deshalb bei jedem Drogerie-Angebot:
- Füllmenge oder Stückzahl
- Anzahl der Waschladungen
- Einmalprodukt oder Nachfüllpackung
- Produktvariante, etwa sensitiv oder parfümiert
- Grundpreis pro 100 ml, Kilogramm oder Stück
- Bedingungen wie App-Coupon oder Mehrfachkauf
Ein Waschmittel für 3,99 Euro kann teurer sein als eine größere Packung für 5,49 Euro, wenn der Preis pro Waschladung höher liegt. Dasselbe gilt für Rasierklingen, Spülmaschinentabs und Toilettenpapier. Bei diesen Produkten verschleiern unterschiedliche Packungsgrößen besonders leicht den tatsächlichen Preis.
Schreiben Sie den Grundpreis direkt neben den Angebotspreis. So erkennen Sie auch, ob eine vermeintliche Vorratspackung tatsächlich günstiger ist.
Produkttests und Preise getrennt beurteilen
Bei Produkten wie Rasierschaum, Sonnencreme oder elektrischen Pflegegeräten beantworten Tests und Vergleiche eine andere Frage als der Preisvergleich. Ein Rasierschaum-Test kann bei Hautverträglichkeit, Anwendung oder Inhaltsstoffen helfen. Er zeigt jedoch nicht automatisch, welche passende Variante diese Woche in Ihrer Nähe am wenigsten kostet.
Gehen Sie deshalb in dieser Reihenfolge vor:
- Legen Sie fest, welche Produkte Ihre Anforderungen erfüllen.
- Vergleichen Sie anschließend die aktuellen Preise dieser Produkte.
- Prüfen Sie erst dann, ob eine andere Packungsgröße oder Eigenmarke günstiger ist.
So vermeiden Sie zwei typische Fehlkäufe: ein billiges Produkt, das Sie nicht vertragen, und ein empfohlenes Produkt, das Sie unnötig teuer kaufen.
Den ganzen Warenkorb statt einzelner Lockangebote rechnen
Übertragen Sie Ihre Liste in eine einfache Tabelle. Jede Zeile enthält ein Produkt, jede Spalte einen Laden. Tragen Sie nur aktuelle, für Sie erreichbare Angebote ein.
Addieren Sie anschließend drei Varianten:
- Den gesamten Einkauf bei Laden A
- Den gesamten Einkauf bei Laden B
- Eine sinnvolle Aufteilung auf beide Läden
Fehlende Preise dürfen nicht stillschweigend mit null Euro in die Rechnung eingehen. Kennzeichnen Sie diese Positionen als unbekannt und prüfen Sie sie separat. Ein einziger fehlender Preis kann die scheinbar günstigste Ladenwahl kippen. Mehr dazu zeigt der Beitrag über den fehlenden Preis im Warenkorb.
Best Price Alert übernimmt diese Rechnung mit aktuellen Wochenangeboten und Preisen aus unterstützten Märkten. Aus einer Einkaufsliste entstehen Ranglisten für einen einzigen Laden oder mehrere Geschäfte in der Nähe.
Einen zweiten Drogeriemarkt nur bei echtem Vorteil einplanen
Ein geteilter Einkauf lohnt sich, wenn die zusätzliche Ersparnis den Umweg rechtfertigt. Berücksichtigen Sie dabei:
- zusätzliche Kilometer
- Fahrtkosten oder Fahrkarten
- Parkplatzsuche
- zusätzliche Einkaufszeit
- Mindestmengen eines Angebots
- das Risiko eines weiteren Spontankaufs
Liegt der zweite Markt ohnehin auf Ihrem Arbeitsweg, kann schon eine kleine Differenz sinnvoll sein. Erfordert er eine eigene Autofahrt, sollte der Preisvorteil entsprechend größer ausfallen.
Die passende Entscheidung hängt auch vom Tag ab. Unter der Woche kann ein Laden die vernünftigere Wahl sein. Bei einem geplanten Großeinkauf können zwei nahe beieinanderliegende Geschäfte mehr sparen. Best Price Alert lässt Sie diese Abwägung zwischen Bequemlichkeit und Ersparnis selbst steuern und stellt Gesamtpreis sowie Entfernung gegenüber.
Wochenangebote zum richtigen Zeitpunkt prüfen
Drogerie-Angebote wechseln. Vergleichen Sie deshalb möglichst kurz vor dem Einkauf und achten Sie auf den Gültigkeitszeitraum. Ein alter Prospektpreis ist keine belastbare Grundlage für den heutigen Warenkorb.
Beachten Sie außerdem, dass ein Angebot keine Bestandszusage ist. Planen Sie bei wichtigen Artikeln eine passende Alternative ein, etwa eine zweite Packungsgröße oder eine andere bereits getestete Marke.
Für regelmäßig benötigte Produkte können Sie wiederverwendbare Einkaufslisten anlegen und einzelne Artikel beobachten. So müssen Sie Zahnpasta, Waschmittel oder Rasierklingen nicht jede Woche neu zusammensuchen.
Der konkrete nächste Schritt
Nehmen Sie Ihre nächste Drogerieliste und ergänzen Sie bei jedem Eintrag Menge, Mindestanforderung und erlaubte Alternative. Vergleichen Sie danach den Gesamtpreis bei zwei erreichbaren Märkten sowie eine sinnvolle Aufteilung. Wählen Sie den zweiten Stopp nur, wenn die zusätzliche Ersparnis Fahrt und Zeit aus Ihrer Sicht bezahlt.
Dieses Vorgehen funktioniert auch bei gemischten Einkäufen aus Drogerie, Lebensmittelgeschäft und Discounter. Eine ausführliche Anleitung dazu finden Sie unter Wo kostet meine ganze Einkaufsliste diese Woche am wenigsten?.
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