Ob Lidl oder Aldi in Köln günstiger ist, entscheidet sich am Gesamtpreis Ihres konkreten Wochenkorbs, den aktuellen Angeboten und dem zusätzlichen Weg. Ein einzelner günstiger Aktionspreis sagt wenig darüber aus, in welchem Markt Sie diese Woche insgesamt weniger bezahlen.
Mara, eine erfundene Kölner Büroangestellte mit einem engen Wochenbudget, stand an einem Donnerstagabend mit zwei Stoffbeuteln in der Küche. Auf dem Tisch lag ihre Liste: Haferflocken, Milch, Äpfel, Nudeln, Tomaten, Käse, Waschmittel und ein paar Dinge fürs Wochenende. Auf ihrem Handy hatte sie bereits ein auffälliges Lidl-Angebot geöffnet. Aldi war für sie gewöhnlich der „günstige Laden“.
Diesmal durfte sie sich nicht verschätzen. Wenn sie wegen eines einzelnen Angebots zum falschen Markt fuhr und der übrige Einkauf teurer ausfiel, fehlte das Geld für das geplante Sonntagsessen. Beide Geschäfte anzusteuern konnte ebenfalls zur schlechten Rechnung werden: mehr Weg, mehr Zeit und die Gefahr, in jedem Markt noch etwas Ungeplantes mitzunehmen.
Der Wochenkorb zählt mehr als der auffälligste Preis
Der faire Vergleich beginnt mit derselben Einkaufsliste. Wechseln Menge, Marke oder Packungsgröße zwischen Lidl und Aldi, vergleichen Sie zwei verschiedene Körbe.
Für einen praktischen Wochenkorb könnten Sie Grundnahrungsmittel, frisches Obst und Gemüse, Kühlwaren, ein Haushaltsprodukt und einen geplanten Genussartikel aufnehmen. Entscheidend ist, was Sie wirklich kaufen. Ein besonders günstiger Preis für Kaffee hilft Ihrem Gesamtbetrag kaum, wenn Kaffee diese Woche gar nicht auf der Liste steht.
Auch Eigenmarken brauchen einen sauberen Vergleich. Prüfen Sie Menge, Gewicht und Einheit. Die kleinere Packung kann an der Kasse weniger kosten und pro Kilogramm trotzdem teurer sein. Bei Waschmittel oder Spülmaschinentabs zählt eher der Preis pro Anwendung als der Preis pro Packung. Was Stück- und Grundpreise über die tatsächlichen Kosten verraten gilt weit über den Schuleinkauf hinaus.
Mara strich deshalb zuerst alles, was sie nur wegen des Prospekts erwogen hatte. Übrig blieb ihr echter Bedarf. Plötzlich war das vermeintliche Lidl-Schnäppchen nur noch eine Position unter vielen.
Aktuelle Angebote können den Sieger jede Woche wechseln lassen
Lidl und Aldi ändern ihre Wochenangebote regelmäßig. Dadurch kann der günstigere Warenkorb in Köln diese Woche bei Lidl liegen und beim nächsten Einkauf bei Aldi. Standort und Verfügbarkeit spielen ebenfalls mit hinein.
Vergleichen Sie deshalb die aktuellen lokalen Angebote direkt mit Ihrer Liste. Best Price Alert durchsucht Angebote und Katalogpreise in der Nähe, ordnet passende Produkte Ihrem Einkaufszettel zu und berechnet daraus Einkaufspläne. Sie sehen eine günstige Ein-Markt-Option sowie mögliche Aufteilungen auf mehrere Geschäfte. Nicht gefundene Artikel sollten dabei sichtbar bleiben, damit eine scheinbar niedrige Summe nicht auf einem unvollständigen Korb beruht.
Der Zeitpunkt ist wichtig. Ein Angebot, das erst nach Ihrem geplanten Einkauf gilt, gehört nicht in die Rechnung. Gleiches gilt für eine andere Packungsgröße, einen nicht passenden Produkttyp oder einen Preis aus einem weiter entfernten Markt.
Bei Mara veränderten die Angebote zwar mehrere Positionen, aber kein Markt gewann jede Kategorie. Aldi lag bei einem Teil ihrer Grundprodukte vorn. Lidl hatte passende Wochenangebote für andere Artikel. Die brauchbare Antwort war deshalb kein pauschales „Lidl ist günstiger“ oder „Aldi ist günstiger“.
Ein zweiter Markt muss mehr sparen, als der Umweg kostet
Ein geteilter Einkauf kann den niedrigsten Warenpreis liefern. Trotzdem muss er zu Ihrem Abend passen.
Vergleichen Sie neben dem Gesamtpreis auch die Entfernung. Ein zweiter Halt kostet Zeit und kann zusätzliche Fahrtkosten verursachen. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad sieht die Rechnung anders aus als bei einer Autofahrt quer durch Köln. Regen, schwere Getränkekisten oder ein Kind, das abgeholt werden muss, verändern den Wert der bequemeren Option ebenfalls.
Best Price Alert lässt Sie selbst festlegen, wie stark Bequemlichkeit oder Ersparnis gewichtet werden sollen. Das ist sinnvoller als eine Rangliste, die den billigsten Preis unabhängig vom Weg nach oben setzt. Die praktische Frage lautet: Wie viel bleibt nach dem zusätzlichen Aufwand tatsächlich übrig?
Mara schob die Gewichtung zunächst weit in Richtung Ersparnis. Der Zwei-Markt-Plan sah auf dem Bildschirm günstiger aus, verlangte aber einen zusätzlichen Weg. Am Rand ihres Zeitfensters wurde es knapp. Wenn der zweite Halt länger dauerte, fiel ihr geplantes Abendessen aus.
Sie stellte den Regler etwas zurück. Kurz vor dem Aufbruch erschien die Ein-Markt-Option als vernünftigere Wahl: ein etwas höherer Warenkorb, dafür nur ein Halt und ein klarer Heimweg. Die kleinere rechnerische Ersparnis des geteilten Plans war ihr diesen Donnerstag den Umweg nicht wert. Wie Sie diese Grenze bestimmen, zeigt auch die Rechnung hinter einem 20-Minuten-Umweg.
So vergleichen Sie Lidl und Aldi vor dem nächsten Einkauf
Schreiben Sie zuerst Ihre tatsächliche Liste, einschließlich Mengen und wichtiger Größenangaben. Prüfen Sie dann für beide Händler dieselben oder ausreichend vergleichbare Produkte. Rechnen Sie aktuelle lokale Angebote ein und markieren Sie fehlende Artikel, statt sie stillschweigend aus der Summe zu entfernen.
Vergleichen Sie anschließend drei Ergebnisse: den vollständigen Korb bei Lidl, den vollständigen Korb bei Aldi und eine sinnvolle Aufteilung auf beide Märkte. Stellen Sie bei der geteilten Variante Warenpreis und zusätzliche Entfernung nebeneinander.
Am folgenden Donnerstag lag Maras Liste wieder auf dem Küchentisch. Diesmal begann sie nicht beim lautesten Angebot. Sie begann bei acht Dingen, die sie wirklich brauchte, und ließ erst danach Preis, Wochenangebote und Weg entscheiden.
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