Ob Lidl oder Aldi in deiner Stadt günstiger ist, entscheidet der Gesamtpreis deiner Einkaufsliste einschließlich der zusätzlichen Fahrt. Vergleiche deshalb denselben Warenkorb mit den aktuellen Angeboten beider Händler und rechne Entfernung, Zeit sowie fehlende Artikel ein.
Lege zuerst einen realistischen Wochenkorb fest
Ein einzelner Angebotspreis sagt wenig darüber aus, wo der gesamte Einkauf günstiger wird. Stelle deshalb eine Liste zusammen, die deinem tatsächlichen Bedarf entspricht. Ein brauchbarer Vergleich könnte diese Gruppen enthalten:
- Brot oder Brötchen
- Milch oder Pflanzendrink
- Eier
- Butter oder Margarine
- Joghurt
- Nudeln und Reis
- Tomatensauce
- Kartoffeln
- saisonales Obst
- zwei bis drei Gemüsesorten
- Käse oder Aufschnitt
- ein Fleischprodukt oder eine pflanzliche Alternative
- Kaffee
- Toilettenpapier
- Waschmittel oder Spülmittel
Notiere Mengen und Größen möglichst genau. „Milch“ reicht für einen sauberen Vergleich nicht aus. „Zwei Liter Vollmilch“ verhindert, dass eine kleine Packung oder eine andere Variante das Ergebnis verzerrt.
Vergleiche außerdem gleichwertige Produkte. Eigenmarke gehört zu Eigenmarke, Markenware zu Markenware. Wer bei Aldi den günstigsten Naturjoghurt auswählt und bei Lidl einen Markenjoghurt einträgt, misst vor allem die Produktauswahl.
Prüfe die Angebote für die richtige Woche
Lidl und Aldi ändern ihre Wochenangebote regelmäßig. Ein Preisvergleich vom vergangenen Wochenende kann beim nächsten Einkauf bereits wertlos sein.
Prüfe für jeden Artikel:
- Gilt der Preis am geplanten Einkaufstag?
- Gilt er in einer Filiale in deiner Nähe?
- Wird eine bestimmte Packungsgröße vorausgesetzt?
- Brauchst du eine App, einen Coupon oder eine Kundenkarte?
- Gibt es eine Abgabemenge oder andere Einschränkung?
Übernimm nur Preise, die du beim geplanten Einkauf tatsächlich nutzen kannst. Ein abgelaufenes Angebot gehört ebenso wenig in die Rechnung wie ein Preis aus einer weit entfernten Filiale.
Best Price Alert bündelt aktuelle Wochenangebote und Katalogpreise und kann deine Liste anhand realer Preise in der Umgebung vergleichen. Die Abdeckung hängt vom Markt und von den verfügbaren Händlerdaten ab. Deshalb solltest du fehlende oder nicht eindeutig zugeordnete Artikel erkennen und separat prüfen.
Berechne den vollständigen Warenkorb bei Lidl und Aldi
Trage nun für beide Händler den Preis jedes verfügbaren Artikels ein. Addiere anschließend den gesamten Einkauf, statt die Zahl der günstigeren Einzelpositionen zu zählen.
Ein Beispiel ohne angenommene Marktpreise: Lidl kann bei sieben Artikeln günstiger sein, Aldi bei fünf. Wenn der Preisunterschied bei Kaffee und Waschmittel größer ausfällt als bei den übrigen Produkten zusammen, kann Aldi trotzdem den niedrigeren Gesamtpreis haben.
Behandle fehlende Artikel offen. Drei sinnvolle Möglichkeiten sind:
- den Artikel zum regulären Preis eines vergleichbaren Produkts ansetzen
- den Artikel in beiden Warenkörben aus der Wertung nehmen
- den nötigen zweiten Laden als zusätzlichen Stopp berechnen
Dokumentiere deine Entscheidung. Sonst wirkt ein unvollständiger Warenkorb künstlich günstig. Wie stark ein einzelner fehlender Preis die Ladenwahl verändern kann, zeigt auch der Beitrag Der fehlende Preis im Münchner Warenkorb, der Ihre Ladenwahl kippen kann.
Rechne Entfernung und Zeit in die Entscheidung ein
Der niedrigere Kassenbon ist nur ein Teil der Rechnung. Ermittle für jede Variante:
- Entfernung von deinem Startpunkt zur Filiale
- zusätzliche Kilometer gegenüber deinem üblichen Weg
- voraussichtliche Fahrzeit
- Parkaufwand oder ÖPNV-Verbindung
- Kosten für Kraftstoff, Ticket oder Lieferung
- Zeit für einen möglichen zweiten Stopp
Für eine einfache Entscheidung genügt diese Rechnung:
Praktischer Preisvorteil = Ersparnis beim Warenkorb minus zusätzliche Fahrtkosten
Zeit bleibt eine persönliche Abwägung. Zehn zusätzliche Minuten können bei einem planbaren Wocheneinkauf akzeptabel sein. Nach Feierabend oder mit kleinen Kindern kann derselbe Umweg den Preisvorteil unattraktiv machen.
Wer Wege ohnehin verbindet, sollte nur den echten Umweg ansetzen. Liegt Aldi auf dem Arbeitsweg, zählt nicht die gesamte Strecke von zu Hause. Entscheidend sind die Kilometer und Minuten, die durch diese Ladenwahl zusätzlich entstehen.
Prüfe, ob eine Aufteilung auf zwei Läden sinnvoll ist
Eine Kombination aus Lidl und Aldi kann günstiger sein, wenn mehrere hochpreisige Artikel klar verteilt sind. Berechne dafür einen dritten Warenkorb: Kaufe jeden Artikel dort, wo er aktuell weniger kostet, und addiere die Kosten des zusätzlichen Stopps.
Setze vorab eine persönliche Grenze. Zum Beispiel:
- Ein Laden, wenn die Aufteilung weniger als 5 Euro spart
- Zwei Läden, wenn der zweite Stopp höchstens 15 Minuten kostet
- Nur ein Laden, wenn Kühlware oder ein enger Termin die Route erschweren
Diese Grenzen sind Beispiele, keine allgemeingültigen Empfehlungen. Best Price Alert lässt dich das Verhältnis zwischen Bequemlichkeit und Ersparnis selbst gewichten und rankt passende Einladen- und Mehrladenpläne anhand von Warenkorbpreis und Entfernung. Eine ausführlichere Betrachtung dieser Entscheidung findest du unter Wo kostet meine ganze Einkaufsliste diese Woche am wenigsten?.
Triff die Entscheidung kurz vor dem Einkauf
Aktualisiere deine Liste am Einkaufstag, prüfe die gültigen Angebote und vergleiche drei Varianten: alles bei Lidl, alles bei Aldi sowie eine sinnvolle Aufteilung. Wähle anschließend den Plan mit dem besten Verhältnis aus Gesamtpreis, zusätzlicher Strecke und verfügbarem Zeitfenster.
Dein nächster Schritt: Erstelle jetzt deine konkrete Wochenliste mit Mengenangaben und lege fest, wie viele zusätzliche Minuten dir eine Ersparnis wert ist. Damit wird aus der pauschalen Frage „Lidl oder Aldi?“ eine belastbare Entscheidung für deinen Einkauf in deiner Stadt.
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