Ein günstigerer Monitor im zweiten Geschäft lohnt sich nur, wenn die Ersparnis größer ist als der zusätzliche Aufwand für Fahrt, Kraftstoff und Zeit. Wer allein den Regalpreis vergleicht, kann trotz 15 Euro Preisvorteil am Ende schlechter dastehen.
Nennen wir den Käufer Daniel, eine frei erfundene Beispielperson. An einem Samstag um 16:20 Uhr steht er auf dem Parkplatz eines Elektronikmarkts in Köln und hält den Kassenzettel seines ersten Einkaufs in der Hand. Den Monitor, den er eigentlich mitnehmen wollte, hat er dort stehen lassen. Eine Suche auf dem Handy hatte dasselbe Modell bei einem anderen Händler 15 Euro günstiger angezeigt.
Daniel braucht den Bildschirm am Montag für sein Arbeitszimmer. Im zweiten Markt liegt vielleicht noch ein Gerät, reserviert ist es nicht. Wenn er jetzt losfährt und der Monitor vor ihm verkauft wird, verliert er 40 Minuten, verbraucht Kraftstoff und muss anschließend zum ersten Geschäft zurück. Trotzdem startet er den Wagen. Die 15 Euro wirken in diesem Moment wie Geld, das er andernfalls freiwillig liegen lässt.
Der Regalpreis ist nur der Anfang der Rechnung
Knapp 20 Minuten später sucht Daniel im zweiten Geschäft die Monitorwand ab. Vor ihm vergleicht ein Paar Kartons anhand der Modellnummern. Das Preisschild stimmt: 15 Euro weniger.
Er nimmt den Monitor mit. Auf dem Rückweg gerät die Rechnung jedoch ins Wanken. Die zusätzliche Fahrt dauert insgesamt rund 40 Minuten. Der Kraftstoff kostet einen Teil der Ersparnis. Dazu kommen Parkplatzsuche, zwei Kassen und der Umweg durch die Stadt.
Die 15 Euro sind also keine echte Nettoersparnis. Sie sind zunächst nur der Abstand zwischen zwei Preisschildern.
Für eine brauchbare Entscheidung braucht Daniel mindestens drei Werte:
- den Preis des gewünschten Produkts,
- die zusätzliche Strecke zum günstigeren Geschäft,
- die Zeit, die der zweite Stopp voraussichtlich beansprucht.
Erst zusammen beantworten sie die eigentliche Frage: Ist der günstigere Monitor den Umweg wert?
Das gilt besonders bei Einzelkäufen. Bei einem Warenkorb mit mehreren Produkten kann ein zweiter Laden mehrere relevante Preisvorteile bündeln. Bei einem einzigen Monitor trägt dagegen genau dieses Produkt den gesamten Aufwand der Extrafahrt.
15 Euro Ersparnis haben für jeden einen anderen Wert
Es gibt keine allgemeingültige Grenze, ab der sich ein Umweg lohnt. Daniel könnte den zweiten Händler ohnehin auf dem Heimweg passieren. Dann wären 15 Euro ein überzeugender Vorteil. Muss er quer durch die Stadt fahren, sieht dieselbe Zahl anders aus.
Auch Zeit hat keinen festen Preis. Wer einen freien Nachmittag hat, bewertet 40 Minuten anders als jemand, der noch ein Kind abholen, Essen einkaufen oder eine Schicht antreten muss. Eine gute Kaufentscheidung schreibt deshalb nicht vor, wie viel Bequemlichkeit wert sein darf. Sie macht den Tausch sichtbar.
Eine einfache Prüfung hilft vor jeder Extrafahrt:
- Wie viele Kilometer kommen tatsächlich hinzu?
- Wie viel Zeit kostet der zweite Stopp einschließlich Parkplatz und Kasse?
- Gibt es dort noch weitere Artikel, die den Umweg lohnender machen?
- Würde ich diese Strecke auch für die verbleibende Ersparnis fahren?
Der letzte Punkt ist entscheidend. Ziehe die geschätzten Fahrtkosten gedanklich von den 15 Euro ab. Frage dich dann, ob du für den Rest noch 40 Minuten investieren würdest.
Wer häufiger zwischen Preis und Entfernung abwägt, findet dazu eine ausführlichere Betrachtung in Lohnt sich ein zweiter Stopp, wenn Preis und Fahrtstrecke vorher feststehen?.
Warum Entfernung in den Vergleich gehört
Best Price Alert vergleicht Angebote in Kategorien wie Elektronik, Lebensmittel, Mode, Drogerie, Baumarkt und Möbel. Bei einer Einkaufsliste kann die Anwendung Pläne für einen einzelnen Händler oder mehrere Geschäfte anhand realer Preise in der Nähe ordnen.
Dabei steht die Entfernung neben dem Gesamtpreis. Über die Gewichtung zwischen Bequemlichkeit und Ersparnis entscheidet die Person, die den Weg tatsächlich fahren muss. Ein kleiner Preisvorteil in einem weit entfernten Geschäft kann dadurch hinter einem etwas teureren Angebot in der Nähe landen. Bei einem größeren Warenkorb kann ein zusätzlicher Stopp wiederum sinnvoll werden, wenn mehrere günstigere Positionen zusammen den Weg rechtfertigen.
Diese Betrachtung unterscheidet einen Einkaufsplan von einer bloßen Angebotsliste. Eine Angebotsliste sagt: „Dort ist der Monitor 15 Euro günstiger.“ Ein Einkaufsplan beantwortet die nächste Frage: „Was kostet es mich, diesen Preis tatsächlich zu bekommen?“
Dasselbe Prinzip gilt auch für den gesamten Einkauf. Der Beitrag Aldi, Lidl und Rewe im Preisvergleich: Warum für Jana der ganze Warenkorb zählt zeigt, weshalb ein auffällig günstiger Einzelpreis noch keinen günstigen Einkauf ergibt.
Die bessere Entscheidung fällt vor dem Losfahren
Am nächsten Samstag sucht Daniel wieder nach Elektronikangeboten. Diesmal betrachtet er Preis und Entfernung gemeinsam, bevor er den ersten Parkplatz ansteuert. Der günstigste Regalpreis steht weiterhin oben auf seiner Liste, aber nicht automatisch oben auf seiner Route.
Ein Händler in der Nähe verlangt ein paar Euro mehr. Der weiter entfernte Preis gewinnt auf dem Bildschirm, verliert jedoch nach Strecke und Zeit. Daniel wählt den näheren Laden und ist mit dem Monitor zu Hause, bevor aus der vermeintlichen Ersparnis wieder ein halber Nachmittag wird.
Der niedrigste Preis kann ein guter Fund sein. Wertvoll wird er erst, wenn auch der Weg dorthin in die Rechnung passt.
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